3. Nachtrag

Mittwoch, 13.09.2017

Warum das mit dem Hochladen bei mir so lange gedauert hat, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Wie auch immer - hier ist ein kleiner Clip von unserem Ausflug nach Land´s End. Ein zauberhafter Flecken, den man möglichst früh am Tag besuchen sollte.

Den seltsamen Zirkus direkt am Eingang mit Kinos und allem möglichen Touristenschund haben wir uns ge- oder besser erspart. Land´s End braucht keine wie auch immer geartete "Aufwertung".

Hier der Link:

Land´s End 2017

2. Nachtrag

Dienstag, 22.08.2017

Bilder sagen mitunter mehr als Worte, deshalb habe ich hier auch schon einige Clips verlinkt.

Hier folgt nun ein kurzer Rundgang durch die Ruine von Tintagel. Es lohnt sich zweifelsohne bereits landschaftlich, allerdings sollte man vor Ort einige Pfund investieren und einen der bebilderten Führer im Andenkenshop kaufen, der einem vor Augen hält, wie das mal ausgesehen hat. Die Ruinen selbst lassen da bei aller Naturschönheit nur einen rudimentären Eindruck zu. 

Hier also ab nach Tintagel:

Tintagel im Mai 2017

 

1. Nachtrag

Mittwoch, 19.07.2017

Ich war vor Cornwall unsicher, wie das mit den Strom-Adaptern läuft. Man liest, es gebe verschiedene Anschlussmöglichkeiten.

Ich beschloss, dem Teufel auf den Kopf zu treten und habe mir diese Kollegen besorgt:

https://www.amazon.de/Incutex-Reisestecker-England-Adapter-Steckdosenadapter/dp/B01HDLHUMY/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1500455464&sr=8-1&keywords=Incutex+3x+Reisestecker+UK+GB+England+Travel+Adapter+EU+Schuko+2-Pin+auf+UK+3-Pin+Reise+Steckdosenadapter+Wei%C3%9F

Das hat bestens funktioniert, kann ich nur empfehlen.

Und noch ein Gedicht. Ich habe mir bei Sainsbury´s einen dieser riesigen Toaster mit vier Schlitzen besorgt. Natürlich haben die Dinger einen britischen Stecker. Aber auch hierfür bietet Amazon einen Adapter für die umgekehrte Variante an, der sich problemlos vorstecken lässt, so dass nicht ausgetauscht werden muss.

Und für alle Nikotin-Süchtlinge noch mal der dringende Tipp, die Fluppen möglichst in Deutschland zu kaufen.

In England kostet die Spartakus-Packung mehr als 10 Pfund, in Frankreich habe ich an der Autobahn für eine gleich große Packung Marlboros auch über 10 Euro bezahlt.

 

That´s it.

Mittwoch, 31.05.2017

Ich danke Gott oder wem auch immer, wir sind wohlbehalten nach gesamt 3.300 km wieder im Hesselbach angekommen. Niemandem ist etwas zugestoßen, niemand wurde krank, den Bums zwischen Jeep und Gartenwand ganz am Anfang sieht man zwar, aber das klären wir mit der Versicherung.

Fazit ist ganz eindeutig, dass die Fahrerei lohnt. Wenn man ein gutes Team ist oder hat. Meine Bedenken Marius betreffend erwiesen sich als unbegründet, im Gegenteil, er trug während der jeweils etwa 6-7 stündigen Fahrten nach Calais und schließlich nach Mousehole und 14 Tage später zurück maßgeblich zur guten Laune an Bord bei.

Bedanken möchte ich mich aber ausdrücklich bei den Machern von „Madagascar“ und den Vätern von „Feuerwehrmann Sam“ sowie „Shaun, das Schaf“. Ich kann die Filme mittlerweile zwar praktisch auswendig aufsagen und zwar mit passender Stimme zur jeweiligen Rolle, die Anschaffung eines mobilen DVD-Abspielgerätes kann ich aber nur wärmstens empfehlen.

Ich werde nach Sichtung und weiterer Organisation hier auch weitere Anmerkungen zur jeweiligen Thematik und auch Bilder ergänzen für die, die vielleicht an einem Cornwall-Urlaub interessiert sind.

Mein Vater sagte immer, es gebe kaum etwas Schlimmeres als die Urlaubsbilder anderer Leute anschauen zu müssen und das gelte hie wie da.

Von daher beschränke ich mich hier auch, versuche aber schon, den persönlichen Touch zu bewahren, denn ich will das in ein paar Jahren auch noch mit Gewinn anschauen können.

Gleichzeitig denke ich mir, dass das Informationsbedürfnis derer, die über einen Urlaub vor Ort nachdenken, in etwas so groß ist wie meines vor Antritt der Reise.

Ich versuche daher immer wieder, aus meiner Sicht nutzbringende Infos unterzubringen, wozu - Achtung, Achtung - für jede Süßigkeitenschnecke die Erkenntnis gehört, dass die

Cadbury es NEVER EVER mit der Milka aufnehmen kann, auch nicht in dick und in der grundsätzlich schweinischen Oreo-Ausführung. Und wer meine unmaßgebliche Meinung im Übrigen wissen will - die US-Hershey´s bringt´s auch ganz und gar nicht.

Mir fällt übrigens nach und nach immer wieder mal was ein, es lohnt sich vielleicht also, gelegentlich noch mal durchzuschauen.

Der erste Rat für abgekämpfte Calais-Fahrer: Wenn eine Übernachtung in Calais geplant ist, KEINESFALLS übernachten im „Hotel du Beffroi“.

Ich habe mich auf Bewertungen bei TripAdvisor verlassen und wir sind mächtig reingefallen. Ich hatte den Fokus leider nur auf „Familienzimmer“ und „Parken“ gelegt und dabei alles andere ausgeblendet. Es handelt sich um einen heruntergekommenen Bunker, der die besten Jahre, so er jemals so etwas hatte, schon lange hinter sich hat, die Zimmer sind entsprechend und wenn das, was man uns da anbot ein französisches „Familienzimmer“ sein soll, dann steht es schlecht um die Grande Nation. Gruselig. Das Bild schmeichelt ungemein.

Empfehlenswert für Leute, die zu dritt oder viert verreisen, eventuell mit Kindern, ist das „Cercle de Malines“ und dort das Chantilly-Zimmer. Zwei Zimmer, verbunden durch ein großzügiges, gut ausgestattetes Bad, sehr angenehme Patina, eine wunderbar persönliche Note, aber man muss mit Bargeld bezahlen.

Calais selbst ist eine Stadt im Belagerungszustand, anders kann man es leider nicht beschreiben.

Der gesamte Hafenbereich ist mit einem ca. 4 m hohen Zaun umgeben, obenauf Stacheldraht. Die Regierung hat dort offensichtlich ein Ibis-Hotel gemietet,dessen Hof voll steht mit Mannschaftstransportern des Militärs/der Polizei. Überall Fahrzeuge mit Militär, Polizei und sogar CRS.

Vorgestern Abend, wir saßen in der Brasserie „Au Calice“, fuhren im Minutenabstand Mannschaftswagen der Gendarmerie mit vier bis fünf Mann an Bord vorbei.

Eine nahegelegene Kneipe war offensichtlich das Hauptquartier von Fußstreifen. Am Bahnhof stand ein Soldat mit G 36. Es ist kaum Publikum auf der Straße, auch abends zwischen sieben und neun nicht, man fühlt sich schon deshalb unwohl.

Subjektiv hatten wir den Eindruck, dass das auf dem Hinweg nicht so massiv war, aber wir können uns täuschen, möglicherweise hat sich in diesen zwei Wochen aber auch die Sicherheitssituation wieder verschärft. Wir erinnern uns – der „Dschungel“ von Calais ist schon vor Wochen geräumt worden, ich dachte daher, die Situation sei dort entspannt. Weit gefehlt!

Alles in allem eine bedrückende Szenerie, die einen ob der Zukunft relativ ratlos zurücklässt.

Und man hat den Eindruck, dass Frankreich buchstäblich immer verwahrloster wird. Symptomatisch die Möwe auf dem offenen Mülleimer, die in aller Seeleruhe den Inhalt fleddern konnte. Interessiert hat das keinen und der Eigentümer hatte wohl auch keinen Gedanken dafür, dass räuberische Möwen in einer Hafenstadt nun nicht eben selten sind.

Leider ist es auch so,. dass wir in England sehr viel fairer behandelt wurden als in Frankreich. Bezeichnendes Beispiel war das Handling beim Verladen.

Ich hatte Transport mit Priorität - Erster drauf, Erster runter - gebucht und bezahlt.

In Frankreich scheint das niemanden zu interessieren, in England schon. Dort erfuhr ich erstmals von der Existenz eines "PL"-Punktes auf dem Anhänger, den man für die Crew an den Spiegel seines Fahrzeuges pinnen muss. Der interessierte auch nur die englische Crew an Land in Dover, die uns vertragsgerecht als Ersten auf die unter französischer Flagge fahrende Fähre winkte. Ab dort war es rum mit "PL".

Also im Zweifel Finger weg vom Buchen einer wie auch imer gearteten Priorität, ist nach unserer Erfahrung zumindest in der Nebensaison auch nicht nötig. 

Hier ein Kurzclip zu unserer Überfahrt ab Dover/an Calais:

                            

Feststellen kann ich im Übrigen, dass die Strecke von Calais nach Strasbourg über die A 4 und später ab Reims über die A 26 auch unter der Woche entspannt zu fahren ist. Die reine Entfernung muss als niemanden schrecken. 

Gleiches oder Ähnliches gilt für den Weg von Dover nach Cornwall. Der Großraum London wartet natürlich mit verstärktem Verkehrsaufkommen auf, der aber bei Hin- wie Rückreise keine größeren Probleme machte.

Die weitere Strecke nach Cornwall über Andover und Exeter ist gut, weil vierspurig ausgebaut, auch wenn es Streckenabschnitte gibt, die eng, kurvig und zweispurig verlaufen. Das hält sich aber doch in Grenzen.

Wir haben uns ja nun den äußersten Zipfel im Westen ausgesucht. Auf der Rückfahrt starteten wir gegen halb sieben morgens in Mousehole und benötigten für die knapp 570 km bis Dover bis gegen eins mit einer kurzen und einer etwas längeren Pause.

Ein großes Lob an das Fährunternehmen DFDS. Die Jungs buchten uns auf die 15:15 Uhr Fähre, obwohl wir erst auf 16:50 Uhr gebucht waren.

Laden und Transfer geht ohne Probleme vonstatten.

Wenn man zum Hafen kommt, geht es jeweils zuerst durch den französischen und britischen Zoll, ehe man zum Check in bei der jeweiligen Transportfirma fährt. Alles ist auf dem Hafengelände gut ausgeschildert.

Nur in Calais hatten wir tatsächlich Schwierigkeiten, das Hafen-Terminal, also eigentlich den Hafen selbst zu finden, weil Franzosen dazu neigen, die Beschilderung irgendwann und doch relativ überraschend einzustellen. Das war aber dann kein wirkliches Problem, wir waren auch dort gut in der Zeit.

Ich denke, wir werden es künftig so machen, dass wir auf Hin- und Rückweg jeweils ein Hotel beim Fährhafen buchen. Man gerät nicht so unter Zeitdruck, weil es egal ist, ob man um fünf oder um neun im Hotel ankommt. Man ist vor Ort und kann am nächsten Morgen ausgeruht und ohne Zeitdruck zur Fähre rollen. Muss man abends eine Fähre bekommen, führt das zu Stress.

Hier noch ein paar Impressionen vom Hafen in Dover sowie ein Link zu einer interessanten Dokumentation des HR über Cornwall in der Mediathek der ARD.

Last not least - die Belohnung für seine Disziplin, wat mutt, dat mutt!

Rückfällig!

Sonntag, 28.05.2017

Jetzt haben wir es doch noch mal getan - Sainsbury´s musste es noch mal sein, weil Vaddi Trauben und Diät-Cola (haha) für die knapp 600 km morgen nach Dover braucht.

 

                                                                  

Hier noch zwo Belege von Sainsbury´s, damit die Einkaufsprofis ein Gefühl für die Preise bekommen:

Unglücklicherweise sind morgen Bank Holidays, d.h. tout le monde wird auf der Straße sein. Hoffen wir das Beste.

Nachfolgend noch Vaddis Krickel-krakel-Streckenkladde und Gedächtnisstütze für den Weg Mousehole -> Dover.

Auf dem Rückweg kamen wir noch in Penzance am bekannten Jubilee Pool Lido vorbei, einer irren Meerwasserbadeanstalt aus den Dreißigern, die schon verrottet war, aber durch private und öffentliche Initiativen - Gott sei Dank - gerettet wurde.

Abschließend noch ein paar Tipps: Sprit kostet bei Texaco aktuell 1,18 für Diesel und 1,15 für Super.

Mülltrennung findet statt, allerdings bringen die Engländer Pappe und Papier, sowie Plastikflaschen und Glasflaschen zu Sammelbehältern, die man gelegentlich sieht, aber vor allem an Supermärkten findet. 

Und für alle unsere lieben Zurückgebliebenen bestelle ich mit dieser kleinen Impression von eben

den Boden, auf dem die Häme üppig wuchert ;-).

Last Farewell

Samstag, 27.05.2017

Tschä, zu den Klängen eines meiner Lieblingslieder von Kula Shaker, dessen Titel auch der Titel dieses Beitrages ist, müssen wir feststellen und akzeptieren, dass die Zeit des Abschiedes naht.

Das Wetter hat sich nach den wundervollen zwei Tagen wieder seines britischen Erbes erinnert und für morgen gibt es auch nicht viel Hoffnung.

Wir müssen eh sehen, dass wir das Geraffel bis abends im Fahrzeug haben, denn am frühen Montagmorgen geht es zurück nach Dover, wo wir um spätestens Viertel nach vier sein müssen, um die gebuchte Abendfähre zu bekommen.

Das Beladen wird schon schwierig genug, ich habe mir nicht nur angewöhnt, nachmittags eine Kanne schwarzen Tees von Twining zu verputzen, sondern mir bei Sainsbury´s einen auf alt getrimmten Toaster mit sage und schreibe vier breiten Schlitzen zugelegt, um diese geilen kalkweißen dicken Toastschnitten auch zuhause verbrennen zu können.

Man eignet sich im Urlaub ja seltsame Dinge an, die einen Nachklapp daheim erleben, dann aber einschlafen, meist zu Recht. Wer jemals den Rotwein, der einem in der Strandbar auf Kos wie das Blut der Götter selbst deuchte, zuhaus´ kredenzte weiß was ich meine.

Ein recht günstiges Schicksal erwarte ich mir allerdings für den Konsum von Gin-Tonic als Sundowner.

Die Engländer sind ja Filous – da du dir in 90% der Fälle in diesem Land mit kritischem Blick auf die Wolken am Himmel nicht sicher sein kannst, wann die Sonne eigentlich genau untergeht, obliegt es abhängig von Längen- und Breitengraden dem eigenen Ermessen, ob der mehr oder minder erheischte Zeitpunkt erreicht ist oder nicht. Da man dann auf Nummer sicher gehen muss, ist es nicht verkehrt, im Zweifel zu früh …, aber lassen wir das.

Gestern Abend gab es insoweit jedenfalls keine Fragen, wie diese Perlen anlässlich unseres letzten Spaziergangs an den Hafen vermitteln.

Und hier unser Trip nach Mousehole rein, dieses Mal aber von Land´s End her kommend:

Um den Abschiedsschmerz zu lindern, sind wir noch auf den letzten Drücker zum Fischhändler unseres Vertrauens und Marina kredenzt uns nachher das hier, Tiger Prawns und Red Mullet Filet (Rotbarbe), auch etwas, das uns fehlen wird, zumal die Preise unschlagbar sind.

Cornwall war ein voller Erfolg, ich verstehe jetzt die Begeisterung im Netz und der einschlägigen Literatur.

Warum ich mir da so sicher bin? Marina und ich sitzen gerade bei einem passablen Rose aus dem Loiretal, raus können wir nicht, weil es zu nieseln begonnen hat, und daheim hat es 32° tagsüber und das Oberkircher Erdbeerfest steigt, ohne dass uns das was ausmacht.

Und taramtaram - Marius meinte "nicht Hause fahren, nicht Hesselbach fahren", obwohl dort Bobby-Car und Eva warten. Ein besseres Kompliment kann es nicht geben.

Morgen kommt es dann zum finalen Besuch bei unserem Konsumtempel und das wars dann definitiv.

Cream Cornwall

Freitag, 26.05.2017

Damen, Obacht. Über "Cream Cornwall" habe ich schon geschrieben, ein phänomenaler Deko-Laden in Falmouth, der weltweit ausliefert. 

Schon die Homepage  schaut lecker aus. Den Outlet-Schuppen in Helston kann man sich sparen, auch wenn die dortige Mrs. Cream Cornwall reizend ist.

Diese Teufel in Britengestalt besitzen aber den Schlüssel zu eurem Herzen, kennen die Zauberformel, der ihr euch NIE UND NIRGENDS entziehen könnt:

                                                                       

Stimmt´s :-)?

Männers, warm anziehen!

Beschissen.

Freitag, 26.05.2017

                                                               

Danke liebe Möwen. Nettes Abschiedspräsent. 

The Beach

Freitag, 26.05.2017

Meine Güte, da fehlen nur noch Leo di Caprio und Skandinavier mit appen Beinen, entfuhr es mir unwillkürlich, als sich vor uns der Strand von Porthcurno öffnete, der unterhalb des Minack Theatres ganz im Süden der Halbinsel Penwith und ca. 8 Meilen von Mousehole bzw. geschätzte 10 Meilen von Penzance entfernt vor sich hin träumt. Ja, träumt, unfassbar.

Außer uns waren gegen elf an einem Freitag nämlich nur etwa 15 Leute vor Ort, der Himmel blau, der Sand fast weiß, das Meer türkis, Brandung und Wind kräftig, aber nicht unangenehm, sondern die Sonnenglut vielmehr wohltuend kühlend. Vielleicht lag diese Absenz an der Wassertemperatur, die die Jungs von der englischen DRLG mit 13 – 14° (Celsius, I suppose) auf ihrem Täfelchen notiert hatten.

Als wir gegen zwei wieder gingen war es voller, aber das verteilte sich immer noch prächtig.

Ein Platz an den Felsen war rasch gefunden und dann ging´s ans Extrem-Marathon-Relaxen.

Ich will da bei Gott niemandem das Maul wässrig machen, zumal wohl auch daheim im Oberrheintal 30° herrschen, aber das ist schon extrem schön.

Der Strand ist übrigens übersät mit einer Art Schildpatt, der an den Füßen kleben bleibt, aber das muss niemand kratzen und ist nur für Pedanten und Fußfetischisten von Relevanz.

Da ich viele Seiten in Gedrucktem und im Internet durchgesehen habe, hier noch einer meiner hot tips.

Geben wir es zu, am liebsten würden wir mit der Kiste direkt auf oder an den Strand fahren. Ja, ich weiß, Scheiß Touris, alle faul, wo bleiben die Rechte der Natur, sanfter Tourismus salbader salbader und und und. Alles Kokolores, nach meiner Erfahrung jedenfalls für 90% aller Touristen wie uns, viele geben es nur nicht zu. Mit Kind und Kegel wirst du aber fast zwangsläufig zum Pragmatiker.

In meinem Kleinhirn blitzte daher kurz die Idee auf, einen Parkplatzblog zu eröffnen, denn praktisch alle Führer und Internetratgeber – auf du und du mit der Natur und einem korrekten, aber für mich jedenfalls verhängnisvollen Faible für Fußmärsche - erwähnen eventuell, dass man da irgendwo gut/schlecht/gar nicht parken kann, verweigern aber die Auskunft, wie weit bei Zeus man denn da bereits bei „gut“ laufen muss.

Aber nicht so viel blabla – wer herkommen will, Porthcurno ist auch in Parkangelegenheiten wirklich heiß, hätte ich bei einer 1a-Destination so nicht erwartet. Die Preise beginnen ab 2 Pfund, ich meine für zwei Stunden und spreizen sich dann je nach Dauer.

Man fährt ins Kaff und wenn es heißt „Minack Theatre“ geradeaus, biegt man links auf einen recht geräumigen Parkplatz ab, auf den auch die Busse aus Wanne-Eickel gelotst werden, deren Fracht zu Fuß hoch zum Theater schwitzt und dabei dauernd links unten fette Badenixen wie mich ertragen muss.

Weit vorne in der Nähe der Behindertenparkplätze parken, dann hat man einen Fußmarsch über einen nicht befestigten, leicht zum Meer hin abfallenden Weg von – jetzt kommt´s – etwa fünf Minuten MAXIMAL, sowie 46 Betonstufen (ich hab sie bergauf dann gezählt) ganz runter auf den Strand zu absolvieren.

Ab dort den für 14,95 Pfund billig gekauften Beach Chair aufstellen, das eiskalte Korev aufstöpseln und laufen lassen. PERFEKT.

Die Augen schließen und an England denken!

Donnerstag, 25.05.2017

Diese Sentenz englischer Ladies von Stand des 19. Jahrhunderts an die Adresse ihrer zarten jungfräulichen Töchter vor deren Hochzeitsnacht ist das Motto des heutigen, durchaus denkwürdigen Tages.

Nach wunderbaren Stunden am Strand von Praa Sands lernte ich die beiden Seiten des britischen Charakters kennen, von deren eine mich restlos mit der anderen versöhnte.

Am Volant vom Scheitel bis zur Sohle britisch geworden (na ja fast, die Katze lässt das Mausen nicht), ließ ich auf dem engen Parkplatz oberhalb der Dünen sogar vorsätzlich meine wartende Angetraute stehen, weil ich einen rechts von mir in der Parkbucht stehenden Engländer bemerkte, der rückwärts ausparken wollte, wie die brennende Leuchte am Heck erkennen ließ. Also fuhr ich vor, um ihn das erledigen zu lassen. Er machte aber keinerlei Anstalten, folglich rollte ich zurück und öffnete den Kofferraum. NUN wollte er aber herausfahren, ich dachte mir, du hattest deine Chance, old pal, und hieß Marina, nicht unziemliche Eile an den Tag zu legen, auf das nichts zerbreche oder herunterfalle.

Es kam wie es kommen musste, wenn komplett urlaubsfriedlicher Choleriker auf komplett nichturlaubsfriedlichen Choleriker - älter als ich, Geriatrie-Surfer - stößt, er maulte herum und es gab einen Wortwechsel, der nur deshalb nicht zur Prügelei wurde, weil ich aus verschiedenen Gründen zurücksteckte, ich streite auch deutlich besser in meiner Heimatsprache.

Er meinte, wir sollten nach Deutschland zurück, „solche Leute“ wolle man „in England nicht“.

Wir kamen dann tatsächlich zumindest in automobiler Hinsicht aneinander vorbei und er verschwand. Ich wendete und da hielt ein Engländer neben mir, der selbst länger gewartet und den Zwist mitbekommen hatte.

Er kurbelte die Scheibe herunter und erklärte ruhig, er entschuldige sich für seinen Landsmann, das sei von ihm keinesfalls in Ordnung gewesen und er wünsche uns noch einen schönen Urlaub.

Great. Britain.

Und aus diesen und vielen anderen Gründen werde ICH bei geschlossenen Augen an England denken, wenn ich nach der nun zeitlich heraufdräuenden Rückreise am Schreibtisch in Offenburg sitze und in Gedanken den Kanal überquere.

Hamsterattacke!

Mittwoch, 24.05.2017

Tintagel! Und mehr.

Mittwoch, 24.05.2017

Zunächst das Wichtigste. Als wir vorhin von unserer mehrstündigen Tour zurückkamen, riss der Himmel auf und uns wurde schlagartig klar, warum dieser Zipfel hier vom Weltgeist geliebt wird. Landschaft, die man nur vor, in oder hinter einem Regenschauer kennt, verwandelt sich unter der hellgelb-golden scheinenden Sonne in etwas Zauberhaftes, das alle Elemente des Nordens und des Südens auf das Vortrefflichste vereint. Das Meer glitzert, als wolle es die Regentage in wenigen Stunden aufholen, selbst die wettergegerbten dunklen Steine der Häuser scheinen von innen zu strahlen, der knallblaue Himmel, das Grün der Rasenflächen und Felder, ja wie soll man das Grün beschreiben, es wirkt so, als sei einem beim Retuschieren der Schieberegler entglitten. Jeder, der schon mal in Irland war und dort die Sonne gesehen hat, weiß was ich meine.

Mediterranes Flair meets Great Britain, great im besten Sinne des Wortes. Mir ist klar, dass man jetzt meinen könnte, nimm´ um Gottes Willen endlich mal den Fuß vom Korev-Gaspedal, aber ich bin wirklich von den Socken.

So, jetzt aber zur Tour.

Tintagel erreicht man in etwa 1 ½ bis 2 Stunden von Penzance ausüber die A 30, von der man bei Indian Queens auf die A 39 Richtung Bude abbiegt, über Wadebridge bis Camelford rollt und dann nördlich Richtung Meer abbiegt. Das Kaff Tintagel hat außer einigen wirklich reizvollen Gebäuden und König Artus als Radiergummis in den Kuriositätenläden wenig zu bieten, man lebt von der weltberühmten Sehenswürdigkeit. Rechts kommen dann zwei große Parkings, wir nahmen den zweiten, Vati ist faul. Dachte er bis dort.

Marina blieb mit Marius im Kaff, was sich als extrem weise Entscheidung entpuppte.

Ich dachte, mit einem brezelwarmen Persilschein meines Kardiologen würde ich das Kind schon schaukeln.

Man geht die Hauptstraße vom Parking aus noch etwa 100 – 200 m westlich runter, dann zweigt der Pfad nach links ab. Und da geht’s etwa 600 – 800 m mächtig runter.

Für Fußkranke gibt es einen Shuttle-Service mit Landrovern für 2 Bucks each/Weg. Ich wollte mir keine Blöße geben, zumal ich an der Wartestelle den Altersdurchschnitt schlagartig auf 89 gesenkt hätte.

Leicht beklommen ob des Rückwegs kam ich unten an, wurde aber bereits durch das Panorama the way down entschädigt. Am Fuße der rechts und links steil emporstrebenden Felsen gibt es eine Bucht, an der sich auch Merlins Höhle befindet, linker Hand ist das Kassenhäuschen, wo ich inklusive Guide knapp 14 Pfund berappte.

Der Aufstieg beginnt ebenfalls links und hier zunächst die Geschichte zum Schloss.

Der Sage nach begehrte König Uther Pendragon vom Ehegespons des cornishen Häuptlings Gorlois namens Igerne das, was von Gesetzes wegen ausschließlich Gorlois zustand.

Der Gatte war beim Auswärtsspiel und Uther ließ sich von Merlin das Aussehen von Gorlois verpassen. So gerüstet ging es hoch zum Schäferstündchen.

Ich möchte hier die Anmerkung eines lieben Freundes einflechten,der diese Stätte vor Jahren besucht hat. Er meinte, wenn man den Aufstieg geschafft habe, sei es unmöglich, noch irgendwas oder irgendwen zu zeugen.

Er hat Recht, auch wenn ich weder wie Uther Pendragon, Moment, Gorlois aussehen dürfte, noch oben eine ungewaschene Igerne auf mich wartete. Ich kann aber abstrahieren.

Es geht über viele viele unregelmäßig lange und hohe Stufen steil den Berg hoch und als ich oben war, dachte ich mir, die Jungs müssen echt was drauf gehabt haben, vor allem wenn man sich vergegenwärtigt, dass sie der damaligen Kleiderordnung gemäß etwa 30 Kilo Eisen am Leib getragen haben.

Wie auch immer – der Sage nach schwängerte Uther die Dame des Hauses in jener Nacht und sie gebar neun Monate später Artus.

Oben wird man übrigens für alles entschädigt.

Ungeachtet des Umstandes, dass dieses Schloss aus dem 13. Jahrhundert stammt und Artus oder wer auch immer damit gemeint sein soll, niemals auf Tintagel gewesen sein kann, hat man einen Wahnsinnsblick auf die phänomenale Landschaft rund herum und die Reste der Anlage sind heute noch imponierend.

Ich drehte eine flotte Runde und versuchte dabei diesen Japaner zu ignorieren, den ich wegen der topografischen Gegebenheiten etwa 15 Minuten im Blick hatte und der in dieser Zeit ausschließlich auf sein Smartphone starrte. Warum kommen die eigentlich her? Na ja.

Ich war schließlich wieder unten und liebäugelte in einer Sekunde der Schwäche mit dem Landy, aber nix da, Helden sterben in den Stiefeln stehend.

Ich kann es kurz machen, oben war ich schweißgebadet und derart außer Puste, dass mich die eine oder andere freundliche ältere Lady zweifelnd anschaute und im Geiste nach einem Sauerstoffzelt zu suchen schien.

Zurück am Auto waren die Lebensgeister zurück und wir fuhren über die A 395 Richtung Launceston, ehe es auf der A 30 wieder zurück Richtung Bodmin ging.

Bei Bolventor bogen wir ab, das „Jamaica Inn“ anschauen, Schauplatz des Daphne du Maurier Romans gleichen Namens und ein Touristenfang erster Kajüte.

An der Straße hielt plötzlich ein Feuerwehrlaster und Marius war von den Socken.

Die Jungs luden ihn ein, mal in die Kiste reinzusitzen, aber da verließ unseren kleinen Maulhelden der Mut. Auch alles Zureden half nichts, Marius war auf dem Arm von Mutti festgewachsen.

Nach einer kleinen Erfrischung ging´s weiter zum Dozmary Pool, einem kleinen See im Bodmin Moor, wo der Sage nach Artus sein Schwert Excalibur von der Lady oft the Lake erhielt und sein Paladin Sir Bedivere es eben jener Lady wieder aushändigte, als Artus im Sterben lag.

Dann waren alle Akkus alle, vor allem die von Vati, der ab dort mit unziemlicher Geschwindigkeit dem heimischen Kühlschrank, den eisgekühlten Dosen-Korev und dem ebenso eisgekühlten Rosé zustrebte.

PS: Wer über Wadebridge nach Tintagel fährt -> einfach mal bei Hawksfield Cornwall reinschauen. Man kommt direkt daran vorbei und allein das Café ist supereinladend.

 

St. Michael´s Mount

Dienstag, 23.05.2017

Eines der Wahrzeichen an der cornishen Küste gegenüber Marazion und "kleinerer Bruder" von Mont St. Michel in Nordfrankreich.

Bei Flut nur mit dem Boot zu erreichen (2 Pfund/Erwachsener, Kinder die Hälfte), bei Ebbe per pedes. Zur interessanten Geschichte darf ich auf die Homepage St. Michael´s Mount verweisen. Zwei Dinge nur am Rande: Als die Armada gegen England zog, kam sie auch an diesem Felsen vorbei. Die Schlossbesatzung entfachte ein großes Feuer, um die Bevölkerung und die Kollegen in anderen Befestigungen zu warnen. Und: Die Eigner-Familie St. Levan übertrug das Eiland 1954 an den National Trust, um den Unterhalt auf Dauer zu sichern. Die Lordschaften, die mit dieser Entscheidung großen Weitblick bewiesen haben dürften, nicht alle Nachfahren sind ja nun die reine Freude, residieren aber immer noch vor Ort.

Man kann das Schloss besuchen, den Garten oder beides. Der Weg hoch zum Schloss ist sehr steil, weshalb wir wegen Marius verzichteten und uns mit dem Garten begnügten (7 Pfund Erwachsene/Kinder die Hälfte). Begnügen ist gut, auch dieser Garten ist eine Wucht. 

Das beweist dieser kleine Clip, den ich zusammengestellt habe:

Ein Zwischenfazit an dieser Stelle - mehr als bei anderen Destinationen muss man sich in Cornwall entscheiden was man will. Sightseeing geht, Strandabhängen auch, die Kombi aus beidem ist schwer und bedarf extremer Disziplin. Ich muss gestehen, dass ich mich da voll getäuscht habe. 

Ich war in völliger Verkennung der Verkehrssituation und der Entfernungen der Meinung, man könne ohne Probleme viele der gängigen Sehenswürdigkeiten erschlagen und hätte auch noch genügend Zeit, mit Marius Sandburgen zu bauen.

Das geht schlichtweg nicht, jedenfalls nicht in zwei Wochen. Hinkt man dann hinter "dem Plan" mit Tintagel & Co. her, kann das (Freizeit)Stress auslösen und das ist so ziemlich das Überflüssigste und Dämlichste, das es gibt. Also muss eine Entscheidung, eine Selbstbescheidung her, denn hey, die Stunden am Strand (die für den Powerteutonen dann bei den Sehenswürdigkeiten fehlen) sind dermaßen erholsam, dass man DIE auch nicht missen möchte.

Also - herkommen und locker in den Knien federn, keinen Stress, dann wird das gigantisch hier. Und die eine oder andere Topdestination macht man dann eben das nächste Mal, denn wiederkommen will man.

Cornish Pasties

Dienstag, 23.05.2017

Das hier

 

sind die berühmten Cornish Pasties, Pasteten gefüllt mit Fleisch, Käse und Gemüse. die man laut heißem Tip am besten bei Philps in Hayle (Dependance in Marazion) beschafft und zubereitet wie hier

beschrieben.

Heute Abend ist´s soweit ...

Und das hier

ist mein persönliches Highlight auf dem Frühstückstisch.

Marina meint, das erinnert sie jeden Morgen an das Massaker am Valentinstag. 

Dinner for three

Montag, 22.05.2017

Zur Abwechslung mal eine Prise Sadismus.

Nach dem heutigen Besuch bei den echt coolen Profis von "Trelawney" in Newlyn gibt´s jetzt das zum Weinchen ...

Stark sein ;-)!

 

 

 

Und übrigens: Das hier

sieht wirklich geil aus, vor allem das Etikett, der Inhalt ist aber eher ...

Lieber Erdbeeren kaufen, selber einkochen und mitbringen, kommt viel viel besser, Bonne Maman gibt´s im Übrigen hier auch.

Wohingegen ... für den Selbstversorger in England überhaupt kein Weg vorbei geht an der

unvergleichlichen brauen HP-Sauce zu jedwedem Gebratenen und Gegrillten, ferner - wie mir eine gute alte Freundin, Tochter Albions, steckte, zu "mature cheddar". Wurde gleich en gros verhaftet, in Deutschland wird schließlich auch gegrillt, der Sommer steht - hoffentlich - vor der Tür.

So, das war´s für heute.

 

 

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